28 Tage Hungerstreik am Potsdamer Platz: Die Jusos „haben mich im Stich gelassen“

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28 Tage Hungerstreik am Potsdamer Platz: Die Jusos „haben mich im Stich gelassen“
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IliasEmmanuil hungert am Potsdamer Platz für mehr Barrierefreiheit und einen neuen Rollstuhl. Dort schläft er auch und spielt Partien gegen Passanten. Hungerstreik

Ilias Emmanuil ist 32 Jahre alt und kommt aus Leverkusen bei Köln. Er deutet auf ein gläsernes Hochhaus am Potsdamer Platz. Er sei für den Streik nach Berlin gekommen, weil hier die „Machtzentrale“ der Deutschen Bahn liegt. Emmanuil zeigt seine Hände und Arme, die Verbiegungen der Knochen und die Ausbeulungen. Emmanuil hat eine Knochenkrankheit, sogenannte Multiple Exostosen: Es wachsen ihm überall gutartige Knochentumore.

Ilias Emmanuil hat einen Traum: Er will Profi werden. „Ich bin Sportler. Eigentlich habe ich gar keine Zeit, für meine Rechte zu kämpfen“, sagt er. „Beim Tischtennis geht es mir gut und ich habe ich keine Schmerzen.“ „Challange me“ steht auf der kleinen Tischtennisplatte neben seinem Lager. Hier fordern ihn immer wieder Menschen zu einem Spiel heraus. „Das verkürzt den Hungerstreik wahrscheinlich“, sagt er und greift zu seiner Wasserflasche.

Eine weitere Woche will er aber trotz Sport noch durchhalten. Zweimal habe er in den 28 Tagen eine Ausnahme gemacht: Der Mitarbeiter eines Restaurants brachte übrig gebliebene Pizzen, die Emmanuil vergeblich zu verschenken versuchte. Einmal sei ein angebissener Wrap an der historischen Ampel liegen geblieben. Während seiner Jugend musste er im betreuten Wohnen oft hungern, erzählt Emmanuil, deshalb könne er kein Essen wegwerfen.

Gesellschaftliche Teilhabe ist im Rollstuhl oft unmöglich, sodass Ilias Emmanuil manchmal aufsteht, obwohl das wehtut. Wenn er ein barrierefreies Hotel buche, sei es oft nicht rollstuhlgerecht, im Anne-Frank-Haus sei ihm verboten worden, die Stufen hochzukrabbeln, im Freizeitpark Phantasialand in Brühl habe er seinen Rollstuhl versteckt, um ein paarmal Achterbahn fahren zu dürfen. „Ich hatte solche Schmerzen“, sagt er. „Das war richtig mies.

Nach einer Operation nutzte Ilias Emmanuil den Service für barrierefreies Reisen der Deutschen Bahn. Er beschreibt ausführlich, warum das kompliziert und umständlich ist: Man müsse vorher buchen, zwanzig Minuten früher da sein, nachts sei niemand für die Hilfeleistung verfügbar, und an der Station Messe Deutz, einem großen Bahnhof in Köln, gebe es keine Aufzüge.

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