Am Donnerstag wollen Bund, Länder und Kommunen üben, wie die Bevölkerung im Katastrophenfall gewarnt werden kann. Die Erwartungen sind hoch.
BERLIN taz | Die Anspannung beim obersten Katastrophenschützer der Republik, dem Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe , Ralph Tiesler, ist am Dienstagvormittag deutlich zu merken. Denn: An diesem Donnerstag sollen bundesweit Warnsysteme für die Bevölkerung getestet werden.
Für Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, ist die Warnung der Bevölkerung „essentiell“. Das BBK sei sehr gut vorbereitet auf den Tag, sagt sie. „Wir wollen die Bevölkerung sensibilisieren.“ Viel Hoffnung liegt auf dem sogenannten Cell Broadcasting, einer Technologie, die eine Warnnachricht, direkt aufs Handy schickt. Mindestens jeder zweite, der ein Mobilfunktelefon nutzt soll über diesen Weg erreicht werden.
Der Warntag wird aber vor allem auch ein Testlauf für Einrichtungen und Geräte, die traditionell mit der Warnung vor Katastrophen oder vor Jahrzehnten auch bei Fliegeralarm in Verbindung gebracht werden: Sirenen. Rund 35.000 Stück davon gibt es bundesweit. Allerdings sind viele in einem desolaten Zustand und nicht an neuere Systeme angeschlossen. Bis 2022 hat der Bund mehr als 80 Millionen Euro in den Ausbau von Sirenen investiert.
Leon Eckert sitzt im Bundestag und trommelt seit Monaten für mehr Bewusstsein beim Thema Katastrophenschutz. Ist die Bevölkerung gut vorbereitet im Fall des Falles? „Leider nein“, sagt Eckert. Gegenüber der taz sieht er vor allem Defizite in der Ausstattung der Kommunen. „Die Verantwortlichen vor Ort wissen am besten, welche Gefahren den Menschen dort jeweils drohen können“, sagt Eckert.
Australia Latest News, Australia Headlines
Similar News:You can also read news stories similar to this one that we have collected from other news sources.
Bund testet am Donnerstag Katastrophen-WarnsystemeBeim letzten Warntag für Katastrophen gab es viele Pannen. Seitdem hat der Bund viele Millionen dafür ausgegeben, dass es dieses Mal besser läuft. Und dennoch: In Berlin werden noch gar keine Sirenen heulen, in Brandenburg nur mancherorts.
Read more »
Nach Warntag-Panne 2020: Bundesweiter Warntag am Donnerstag – neue Sirenen in Berlin noch nicht fertigVor zwei Jahren ist beim ersten bundesweiten Warntag einiges schief gelaufen. Nun soll am Donnerstag alles besser werden – nur richtig laut wird es in Berlin immer noch nicht.
Read more »
Gegen Gleichmacherei: Holetschek: Krankenhausplanung muss Sache der Länder bleiben - idowaDie Krankenhausreform soll kommen, und die Gesundheitsminister von Bayern und Nordrhein-Westfalen pochen auf Entscheidungsfreiheit der Länder bei der Krankenhausplanung.
Read more »
Bund stellt neue Regeln für Erhöhung von Energiepreisen aufEnergieversorger sollen ab 2023 die Preise für Strom und Gas nur dann erhöhen dürfen, wenn sie auch gute Gründe nachweisen können - so plant es der Bund. Der Berlin|er Versorger Vattenfall äußerte sich zustimmend.
Read more »
Flüssiggaslieferungen: Bund übernimmt MilliardengarantieDeutschland baut mit Hochdruck LNG-Terminals, um russisches Pipelinegas zu ersetzen. Damit auch genügend Flüssiggas geliefert wird, erhält der Energiehändler Trafigura nun einen staatlich abgesicherten Milliardenkredit.
Read more »
Wissing drängt auf 49-Euro-Ticket - ohne FinanzzusageDie Einführung eines bundesweiten 49-Euro-Tickets hängt weiter in der Luft, weil sich Bund und Länder nicht auf die Aufteilung der erwarteten Mehrkosten einigen können. Bundesverkehrsminister Wissing drängt nun trotzdem zur Eile, auch wenn er weiterhin kein Geld verspricht.
Read more »