'Aus meiner Kindheit in den USA kannte ich es sonntags weniger gemächlich', schreibt DW-Autorin Louisa Schaefer zu deutschen Sonntagsspaziergängen. Seit ihrem Sprung über den Atlantik möchte sie die Tradition nicht mehr missen.
Die Deutschen sind in der Welt für ihre Wanderlust bekannt. Und damit hat auch eines der schönsten wöchentlichen Rituale zu tun, das die deutsche Kultur zu bieten hat: der Sonntagsspaziergang im Kreise seiner Liebsten, abgerundet von Kaffee und Kuchen.
Oft wird nicht nur ein durchaus wohlschmeckender Apfel- oder Marmorkuchen serviert, sondern sogar eine aufwendige Torte, die aus mehreren Schichten von Böden, Keksen und Sahne besteht, die von köstlichen Schokosplittern oder liebevoll mit Obst garniert ist. Meine deutsche Schwiegermutter war besonders talentiert in der Herstellung von Torten, die im Hinblick auf die Kalorienbilanz ganze Mahlzeiten ersetzen konnten.
Während die englische Redewendung"It's not a walk in the park" impliziert, dass etwas nicht einfach ist, hat der"Sonntagsspaziergang" in Deutschland eine positive Anmutung. Es gibt Kunstwerke zur Huldigung des Sonntagsspaziergangs wie beispielsweise das gleichnamige Gemälde von Carl Spitzweg aus dem Jahr 1841.