Riesen-Zoff auf Rewe-Parkplatz: Bürger berichten von „sittenwidrigem“ Verhalten, Firma von Fäkal-Attacken
– Die Nerven liegen blank bei den Autofahrern, die es erwischt hat: Das sei ein „schmieriges Geschäftsmodell“, ärgert sich etwa Sepp R. aus Freising, man werde „systematisch ausgenommen“. Die betreffende Firma aber spielt den Ball zurück: Sie selbst sei Opfer übler Attacken Freisinger Bürger geworden.
Die Mitarbeiter seien permanent auf dem Parkplatz präsent, schildern mehrere Parker dem Tagblatt, und würden nur darauf warten, dass Autofahrer ihre Parkscheibe vergessen. „Meine Frau hat es erwischt, als sie nur für fünf Minuten beim Ihle drin war, um Brezn und Brot zu holen“, schreibt Sepp R. Das sei „sittenwidrig“. Außerdem seien die Hinweisschilder auf die neue Parkregelung so angebracht, dass man sie leicht übersehe.
Andreas W., der ebenfalls 25 Euro Strafgebühr bezahlen musste: „Moralisch ist das Verhalten der Firma nicht okay. Das passt einfach nicht mit unserem Rechtsempfinden zusammen“. Dem Kunden werde „kein Spielraum eingeräumt“. Auch er bekam ein Ticket, während er nur wenige Minuten beim Bäcker war. Er spricht von „Parkraumabzockern“.Die kritisierte Firma heißt Parktimes, alleiniger Inhaber und Geschäftsführer ist Okan Oguz.
„Meine Mitarbeiter werden dafür geschult und verhalten sich ausgesprochen freundlich“, beteuert Oguz. Sie seien auch nicht auf den Parkplätzen dauerpräsent. „Die Kapazitäten hätte ich gar nicht.“ Sie würden die Parkplätze nur auf festgelegten Touren regelmäßig anfahren. Dabei gebe es keine Abzocke, sondern vielmehr eine „Toleranzzeit“ von etwa zehn Minuten.Die Hinweisschilder seien zahlreich und großflächig.
Nach einigem Hin und Her bot die Firma der Freisingerin schließlich an, die geforderte Vertragsstrafe von 25 auf 15 Euro zu senken. Aber Rita S. ging darauf nicht ein und wandte sich an das Freisinger Tagblatt.