Übliche Antibiotika wirken gegen viele Bakterien nicht mehr, doch die Entwicklung neuer Mittel ist teuer. Gesundheitsminister Lauterbach will nun die Preise deregulieren – und erhofft sich einen Schub für die Forschung.
Jemand erkrankt, bekommt ein Antibiotikum – doch die Medizin wirkt nicht: Antibiotikaresistenzen werden bei der Krankheitsbekämpfung zunehmend zu einem Problem. Laut einemsterben jährlich schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen, weil Antibiotika bei ihren Infektionen nicht anschlagen.
Deshalb sind neue Mittel nötig. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will der Pharmabranche nun mehr Raum bei der Preisgestaltung für solche neu entwickelten Antibiotika – sogenannten Reserveantibiotika – geben, und so die Forschung anregen. Bei der Konferenz »Europe 2023« von »Tagesspiegel«, »Zeit«, »Handelsblatt« und »Wirtschaftswoche« in Berlin sagte Lauterbach laut »
«, es solle für die Reserveantibiotika künftig keine gesetzlich vorgeschriebenen Preisverhandlungen mehr zwischen den Pharmakonzernen und den Krankenkassen geben.Demnach sollen Pharmahersteller, die Reserveantibiotika entwickeln, nach Lauterbachs Plänen nicht mehr dem strengen Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz unterliegen. Mit dem Gesetz wird der Nutzen neuer Medikamente bewertet, woran sich später die Preisverhandlungen zwischen Kassen und Herstellern orientieren.
»Wir wollen den Herstellern von Reserveantibiotika eine freie Preisgestaltung garantieren«, sagte Lauterbach demnach. Dies solle ein Anreiz für die Pharmakonzerne sein, wieder mehr in Forschung und Entwicklung von Antibiotika zu investieren. Der Vorstoß kommt nach Klagen von Pharmaunternehmen, wonach sich die Entwicklung neuer Antibiotika für sie wirtschaftlich nicht mehr lohne.
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