Seit Jahren will Kiew ins westeuropäische Energienetz integriert werden. Ausgerechnet am Tag des Überfalls startete ein Test.
Das ukrainische Stromleitungsnetz ist immer noch an Russland und Belarus angeschlossen Foto: allOver/imago
Die EU will die Ukraine im Prinzip in das europäische Stromleitungsnetz aufnehmen, nennt jedoch einige Anforderungen. Eine lautet: Die Ukraine muss eine 3-tägige Testphase durchlaufen, in der sie sich völlig isoliert von anderen Ländern selbstständig versorgt. Diese Testphase startete ausgerechnet am Tag des Einmarschs der Russen am vergangenen Donnerstag und endete am Sonntag. Auch die benachbarte Republik Moldau wollte bei dem Test mitmachen.
Die Abtrennung vom russischen und belarussischen Stromnetz sei nun dauerhaft, kündigte das ukrainische Energieministerium am Wochenende an. Am Montag hieß es auf der Webseite des Netzbetreibers Ukrenergo, dass der Strombetrieb im Land derzeit autonom ohne Importe funktioniere. Angesichts einer kriegerischen Auseinandersetzung, die jederzeit eins der Kraftwerke in Mitleidenschaft ziehen kann, ein hohes Risiko für die Stromversorgung des Landes.
Die Energieminister der EU wollten bei einem Treffen am Montag über die Verbindung der Energienetze diskutieren, teilte EU-Energiekommissarin Kadri Simson auf Twitter mit.