In der Stadt wird die soziale Ordnung neu verhandelt. Zukunftsangst prägt den Diskurs über das Urbane. Was ihr zu entgegnen ist. Ein Gastbeitrag. (T+)
Es gibt kein Leben, in dem nicht eine Stadt eine Rolle spielt“, notierte die Schriftstellerin Karen Blixen, „und es macht wenig aus, ob man ihr wohl oder übel gesinnt ist, sie zieht die Gedanken an sich nach einem geistigen Gesetz der Schwere.“ Diesen Satz darf man durchaus für so hellsichtig wie maßgebend halten. Tatsächlich ist die Stadt der Seismograph einer Gesellschaft.
Ob nun Babylon, als das Symbol der Sprachverwirrung und der uneinholbaren Perspektivendifferenz, oder das himmlische Jerusalem als der Ort, an dem die Einheit der Verheißung gestiftet wird: Stets waren es Städte, in denen die entscheidenden Entwicklungen ihren Ausgang hatten und auch kumulierten.