Jahrzehntelang hat die katholische Kirche Hunderte Missbrauchsfälle vertuscht. Bis heute wurden nur wenige Täter juristisch belangt. Ein Grund dafür ist laut Jura-Professor Holm Putzke, dass die Staatsanwaltschaften nicht entschlossen genug ermittelten.
Bevor Matthias Katsch die Frage beantwortet, muss er erst einmal tief durchatmen. Erst dann kann er beschreiben, was die juristische Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in ihm auslöst."", sagt der 60-Jährige, der als Jugendlicher am Berliner Canisius-Kolleg sexuell missbraucht wurde.Heute ist er Geschäftsführer des Vereins Eckiger Tisch, der die Interessen von Betroffenen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen vertritt.
"Ich bin auch wütend, wenn ich sehe, dass ein ehemaliger Erzbischof und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz vorsätzlich Täter über Jahre, Jahrzehnte in Sicherheit gebracht hat, vor der Justiz versteckt hat."Mit diesem Gefühl ist Katsch nicht allein. Vor allem nach der Veröffentlichung des Freiburger Gutachtens und dem Skandal um einen pädophilen Priester im Bistum Trier.
Der Kirchenrechtler Thomas Schüller aus Münster schreibt gerade ein Buch, in dem er auch den Umgang der Justiz mit der Kirche beleuchten will. Die meisten Taten seien verjährt, erläutert er im Gespräch mit dem, viele Täter tot. Das seien die fatalen Folgen der Vertuschung. Was die Kirche erfolgreich vertuschte, konnten staatliche Ermittler auch nicht verfolgen."
Aber es zeigt sich auch, dass bis weit zur Jahrtausendwende die Staatsanwaltschaften sehr sanft mit den Kirchen umgegangen sind
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