Keine Fehler in der Russland-Politik, fünf Wochen inkognito an der Ostsee und Putins Weg zum Kriegsverbrecher. Die ehemalige Kanzlerin erklärt sich. Merkel
„Die ganze Zeit haben wir über das Buch geredet.“ Angela Merkel bringt es süffisant auf ihre Art auf den Punkt - über den eigentlichen Anlass ihrer Rückkehr auf die öffentliche Bühne, ein Buch mit drei ganz besonderen Reden ihrer Kanzlerschaft, haben sie in den 90 Minuten gar nicht geredet.
Der große Saal des Berliner Ensemble ist prall gefüllt, es gibt so viele Fragen, wo sie war, die Bilanz ihrer Russland-Politik, die Wiederauferstehung des Friedrich Merz. Zu erleben ist eine sichtlich erholte Merkel, die wenig Fehler sehen will, aber hier auch den Raum hat, alles mal in den Kontext einzuordnen.
Erstaunlicherweise sei ihr nie langweilig gewesen. „Ich habe den Tag erstaunlich gut rumbekommen.“ Osang spricht sie auf die Endphase ihrer Kanzlerschaft an, die Zitteranfälle. Der erste Zitteranfall, sie erinnert sich genau, war als Wolodymyr Selenskyj sie in Berlin besuchte. Wenn sie nun lese, Merkel macht jetzt nur noch Wohlfühltermine, dann antworte sie: „Da sag ich: Ja.“ Sie sei nicht mehr verpflichtet, sich zu jedem Punkt zu äußern, ob das 9-Euro-Ticket gut sei oder nicht. Sie habe auch immer gesagt, dass sie sich nach der Kanzlerschaft erstmal erholen wolle.
Weitere Reiseziele? Bhutan findet sie interessant, „weil die diesen Glücksindex haben“. Aber als Kanzlerin war eine Reise dahin nicht drin, sie habe festgestellt, „dass wir da gar keine diplomatische Vertretung haben.“ Indien reize sie auch sehr, ebenso die Rocky Mountains. „Und früher wollte ich auch mal mit Transib durch Russland fahren. Das hat sich jetzt erübrigt.“
Wegen Corona hätte man sich zwei Jahre kaum gesehen, keine direkten Gespräche, Putin bei keinem G20-Treffen. Merkel hadert damit, dass sie nicht mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron noch 2021 versucht habe, Putin stärker einzubinden, einen Neuanlauf der Deeskalation zu machen, aber es gab keine Einigung auf europäischer Ebene und Merkel war nur noch wenige Monate im Amt.
Damals ging es um den Membership Action Plan, die Vorstufe der Mitgliedschaft. Merkel erläutert, damals sei die Ukraine kein innerlich demokratisch gefestigtes Land gewesen. Und sie war sicher, dass Putin, dass eine Art Kriegserklärung auffassen würde. „Er würde das nicht in der Ukraine geschehen lassen."
Australia Latest News, Australia Headlines
Similar News:You can also read news stories similar to this one that we have collected from other news sources.
Erster Auftritt von Merkel: Keine Entschuldigung für Ukraine-PolitikEin halbes Jahr nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft gibt Angela Merkel ihr erstes Interview. Dabei widerspricht sie vehement Vorwürfen, sie trage Verantwortung für den Krieg in der Ukraine, schreibt nifberlin SZPlus
Read more »
Weg aus Berlin, ab ins beschauliche Wien: Keine Misthaufen, keine teure BVG mehrNicht jeder kommt mit Berlin klar. Unsere Autorin konnte es in Berlin jedenfalls nicht mehr aushalten. Sie zog nach Wien und schrieb bei uns über die Gründe. Nach einem Jahr zieht sie nun Bilanz.
Read more »
Ukraine-Krieg - Merkel: 'Russlands Angriff war ein großer Fehler'Merkel nennt Russlands Angriff auf die Ukraine 'einen großen Fehler'. Es handele sich um einen „brutalen, das Völkerrecht missachtenden Überfall“, für den es keine Entschuldigung gebe. Merkel
Read more »
Prinz Edward: Flugzeug mit Queen-Sohn und Frau Sophie muss umkehren - offenbar technischer FehlerEigentlich sollte es nach Gibraltar gehen – doch dann mussten Prinz Edward und seine Frau Sophie zurück nach London fliegen. Vorsorglich, wie die Fluggesellschaft mitteilte.
Read more »
Bauarbeiten in Berlin: Keine S-Bahnen zwischen Birkenwerder und OranienburgDer S-Bahn-Verkehr in der Hauptstadt ist teils bis Anfang September eingeschränkt. Betroffen sind die Linien S1, S8, S25 und S26 sowie S2.
Read more »
Keine S-Bahnen zwischen Oranienburg und BirkenwerderKeine S-Bahnen zwischen Oranienburg und Birkenwerder: In den kommenden Wochen müssen sich Fahrgäste in Berlin auf Einschränkungen einstellen. Betroffen sind die Linien S1, S8, S25 und S26 sowie S2.
Read more »