In sogenannten Cannabis Social Clubs soll künftig Gras angebaut werden. Familie Borchers hat so einen Verein gegründet. Doch einiges ist noch unklar.
Luisa Faust Aus schortens, 20.8.2023, 18:56 Uhr
Die Borchers sind hier seit 2017 Zugezogene. Petra hat vorher in Köln als Maklerin gearbeitet, Hendrik folgte seinen Eltern vor zwei Jahren, als sein Vater mit einer Krebsdiagnose im Krankenhaus lag und seine Mutter im Wald stürzte. Er kündigte seinen gut bezahlten Job in der Gastronomie und zog in den Norden, um die beiden zu unterstützen.
Das deutsche Modell baut auf Cannabisvereine, wie den Cannabis Social Club Niedersachsen von Hendrik und Petra. Ihnen soll beim zukünftigen Umgang mit der Droge eine entscheidende Rolle zukommen. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass sich in diesen Clubs – präziser benannt als Anbauvereinigungen oder -genossenschaften – bis zu 500 Menschen zusammenfinden dürfen, um gemeinschaftlich Cannabis anzubauen.
Das Einzige, was ihm helfe: ein Tee aus Cannabis. „Wenn er den trinkt, ist er wieder gut drauf, gelöster, genügsam.“ Das Cannabis gebe ihm Lebensqualität, meint Petra. Doch an das Mittel zu kommen, sei nicht so einfach: Die Borchers müssen noch immer darum kämpfen, dass Cannabis für Anton als Medikament anerkannt wird.
In diesem Anbau soll ein Clubraum entstehen. Darin darf aber wahrscheinlich nicht geraucht werden Foto: Marcus Windus Auch wenn die Borchers mit dem Verein kein Geld verdienen können, machen sie aus Überzeugung weiter. So wie viele andere Menschen in Deutschland. Seitdem bekannt ist, dass es keine Verkaufsstellen, dafür aber die CSCs geben wird, finden sich fast täglich neue Vereinsgründer*innen zusammen. Der CSC-Dachverband führt auf seiner Website aktuell mindestens 106 Vereine auf, die bereits die Eintragung ins Vereinsregister geschafft haben.
Die Borchers haben den 183 Seiten umfassenden Gesetzentwurf von vorne bis hinten durchgelesen. „Da bekommt man auf jeden Fall Kopfschmerzen“, meint Hendrik. Sie versuchen sich an alle Regeln zu halten. Dazu müssen sie noch die Fenster zur zukünftigen Plantage im Souterrain vergittern, Sicherheitstüren einbauen und Kamerasysteme installieren, um ihre Anbauräume zu sichern.
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