Feiertag in Italien: Giorgia Meloni führt eine Regierung, in der das faschistische Erbe noch sehr präsent ist. Ihr Gegenspieler ist Präsident Sergio Mattarella. Es berichtet SZ-Korrespondent MarcBeise
und Staatspräsident Sergio Mattarella. Es gilt den 25. April als politischen Feiertag zu begehen, und die Augen der politisch interessierten Öffentlichkeit ruhen auf dem Thema und den beiden Protagonisten. Bereits im Vorfeld gibt es zahlreiche Fernsehberichte, Hintergrundsendungen, geschichtliche Dokumentationen, ein umfangreiches Programm.
Das Ganze ist bemerkenswert anders, als wenn sich in Deutschland Kanzler Scholz und Präsident Steinmeier bei einem Festakt treffen. Der 25. April ist in Italien der Feiertag, der ganz besonders zur politischen Kontroverse einlädt: Es geht um die unbewältigte Vergangenheit des Faschismus unter dem Diktator, der zusammen mit den Nazi-Besatzern vor 78 Jahren von der Macht vertrieben wurde.
Am 25. April 1945 rief Sandro Pertini, der spätere italienische Staatspräsident, zum allgemeinen Aufstand gegen die deutschen Truppen auf, was innerhalb weniger Tage zur Befreiung aller norditalienischen Städte führte. Bis heute ist der Feiertag in seiner Deutungshoheit heftig umstritten. Während die Linken den Sieg über den
feiern, betonen die Rechten die Befreiung von den Nazi-Besatzern. Und nun ist es im Jahr 2023 der erste Jahrestag, seitdem die stramm rechte Regierung von Giorgia Meloni an der Macht ist, weshalb alle politischen Äußerungen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden.Meloni hat sich in den vergangenen Tagen eisern zurückgehalten, aber sie lässt die Debatte in ihrer Partei, den postfaschistischen Fratelli d'Italia, laufen.
Ganz klar Stellung bezogen hat dagegen der frühere Neofaschist Gianfranco Fini. Meloni müsse mit klaren Worten dem Faschismus abschwören, forderte er und legt damit offen, was bisher eben nicht passiert ist. Und Fini ist nicht irgendwer. Einst verherrlichte er Mussolini als größten Staatsmann des 20.
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