Was denken Menschen in der Kneipe von Berlin? Im „Magendoktor“ im Wedding erwarten sie nichts von der Politik und helfen sich lieber selbst.
Ach, hör bloß uff! Das sagen die meisten. Hier, wo der Wedding noch erdig und ehrlich ist, wo die frisch gezapfte Molle Schultheiss zweefuffzich kostet, wo Berlin hinter hart zugetaggten Fassaden auch sein zartes Pflaster zeigt. Wenn die Frage nach
Der “Magendoktor“ in Wedding ist eine Alt-Berliner Kneipe, wie sie im Buche der Stadtgeschichte steht.An der Theke sitzen Stammgäste wie Micha, der die „Bild“-Zeitung liest und sein Bier aus der Flasche trinkt. An seinem Eckplatz hat früher ein Mann jede Nacht übernachtet, weil er zu Hause rausgeflogen war. Jahrelang ging das so, dann holte ihn ein Kumpel raus. Die Kneipe ist voller solcher Geschichten, auf alten Werbetafeln steht: Geöffnet Tag und Nacht.
Aber dass Berlin sich durch viel Klein-Klein selbst klein macht, das tut allen weh. Bezirke und Stadtstaat, Innenzentrum und Draußenkieze – „dit müsste mal zusammenkommen“, findet eine ältere Frau am Stehtisch. Die Umstehenden nicken. Berlin ist sein eigener Absacker, immer nur halb und halb.„Tja, wen soll’n wa wählen?“ Das hat sich Andre schon zu Hause mit seiner Frau gefragt. Nun sitzt er am Tresen, hat noch die Arbeitsjacke an und viele Fragen im Kopf.
Vielleicht wählt er am Ende eine dieser Spaßparteien, davon gibt es in Berlin nicht wenige. Nichtwählen kommt für den ostdeutschen Weddinger nicht infrage. „Das müssen wir wenigstens machen für unsere Demokratie.“Das Herz von Berlin – in den Kneipen schlägt es noch . Im „Magendoktor“ wird auf Deutsch geschnattert, Englischfetzen liegen in der Luft, Türkisch sowieso. Die Klos sind, neben ein paar Hertha-Stickern, mit Tausenden Botschaften vollgesprayt.
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